Linux als Medienserver – Teil 1 Planung

Was ist ein Medienserver, was kann man damit anstellen und brauche ich so etwas? Diese und andere Fragen möchte ich mit dieser Serie beantworten, warum ich einen Medienserver aufgebaut habe und warum diese Art der Datenspeicherung meiner Meinung nach für jedermann mitterweile sinnvoll ist.

Teil 1 – Planung

Ein Medienserver stellt Dateien in einem LAN1 zur Verfügung. Der Vorteil: alle Dateien werden an einem Ort gespeichert und können zentral gesichert und abgerufen werden. Da viele Nutzer mittlerweile Notebooks, Tablets, Smartphones und PC’s im Einsatz haben, ist es sinnvoll, alle Daten auch auf allen Geräten zur Verfügung zu haben. Das erreicht man mit einem Medienserver und Linux, welches als kostenloses Betriebssystem alle Mittel mit bringt, die man braucht.

Brauche ich einen Medienserver?

Diese Frage ist klar – ein weitere PC kostet Geld, Zeit und vor allem Strom! Braucht man das wirklich? Ich persönlich beantworte diese Frage mit einem klaren: Ja! Ein Szenario: Man kommt aus dem Urlaub und hat natürlich einiges an Fotos und Videos mitgebracht. Die hat man entweder auf der Speicherkarte der Kamera oder auf einem Notebook/Tablet/Smartphone, welches die Sonne mit genießen durft (hoffentlich in Maßen!). Nun will man die Fotos Kollegen zeigen, ins Netz stellen, am PC bearbeiten, auf dem Tablet anschauen usw. und beginnt, alle X-fach zu kopieren und zu verteilen – sehr umständlich. Mit dem Medienserver kopiert man einfach alle Fotos von allen Geräten einmal auf die großen Festplatten. Damit räumt man nicht nur die schlanken Speicher der Smartphones und Tablets leer, man erhält auch noch einen kompletten Überblick über alle Daten. Und anschließend können alle Geräte darauf zugreifen. Geht das Smartphone dann doch mal kaputt, verliert man diese Fotos nicht.

Es lohnt sich daher für jeden ein eigener Medienserver, der Daten – in welcher Form auch immer – zentral verwalten und sichern will. Weiter kann ein Medienserver Filme auf den TV streamen oder direkt per HDMI angeschlossen werden – damit wird er zur medialen Schnittstelle des Hauses!

Etwas fertiges

Diverse Anbieter verkaufen fertige Lösungen mit einer oder mehr Festplatten, Browser-Verwaltung, Stromsparfunktion usw.. Diese reichen schon aus, um grundsätzlich die Ziele zu erreichen – möchte man jedoch schnelle Datenverarbeitung genießen (z.B. bei der Foto-/Videobearbeitung), machen die Geräte schnell schlapp. Transferraten im Netzwerk trotz 1Gbit-LAN-Anschluss erreichen selten die 40 MB/s-Marke. Hier hilft der eigene, selbst zusammengebaute und eigens konfigurierte PC aus. Und es macht ausserdem viel mehr Spaß!

Irrtümer beseitigen

Ein neuer PC muss an der Stelle nicht heißen, dass man irgendwo im Wohnzimmer eine graue, laute Kiste zu stehen hat, die im Jahr 200 € Stromkosten mit sich bringt. Medienserver können kleine, unhörbare schwarze Kästen im Schrank sein oder sich in die Optik des TV-Tisches einfügen. Stromspar-Hardware und die richtige Software-Konfiguration helfen beim sparen und auch die Lautstärke kann durch entsprechende Komponenten reduziert oder, bei voll passiver Hardware, auch entfernt werden. Was genau dazu geeignet ist, wird in dieser Serie später behandelt.

Was muss er können?

Mein Medienserver soll die folgenden Funktionen bereitstellen:

  • Viel Speicherplatz
  • Sofortige Datensicherung
  • TV-Stream
  • Aus dem Internet zugreifbar
  • Geschützt vor Angriffen aus dem Netz
  • Von einem anderen PC konfigurierbar
  • Hohe Performance im lokalen Netzwerk
  • Niedriger Stromverbrauch
  • Leise
  • Ausfallsicher

Was wir dazu brauchen, folgt in den kommenden Teilen. Es sei nur soviel vorweg genommen – all das kann mein Medienserver und ich werde auch erklären, wie!

Ausblick

Wer bis hier hin gekommen ist, scheint der Idee nicht abwägig zu sein, sich mit Medienservern zu beschäftigen. Im 2 Teil, welcher bald folgt, stelle ich die Hardware-Konfiguration meines Homeservers vor. Der 3 Teil behandelt die Software-Konfiguration.

Wenn jemand schon einen Server o.ä. hat, der schreibt einfach einen Kommentar und berichtet von seinen praktischen Einsatzmöglichkeiten.

Wie immer bin ich für Anregungen, konstruktive Kritik, Ideen und Kommentare sehr dankbar!

 

 
 
  1. Local Area Network; lokales Netzwerk zwischen zwei oder mehr Computern

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