Die meisten Anleitungen in Foren setzen einiges an Linuxwissen vorraus – speziell die Navigation im Terminal. Dieses Grundwissen, wie man im Terminal Ordner wechselt, erstellt, Dateien findet usw. möchte ich hier vermitteln. Sollte euch bei dem „1 mal 1“ etwas fehlen, lasst mir bitte einen Kommentar da!

Wie immer bin ich für Anregungen, konstruktive Kritik, Ideen und Kommentare sehr dankbar!

Das Terminal – Einführung

Das Terminal ist ein Programm, welches die komplette Steuerung eines Linux-Systems auf einer Konsole zulässt. Sprich, über einfache Texteingaben, Befehle mit entsprechenden Optionen und Erweiterungen werden Aktionen ausgeübt, die Einfluss auf das System haben. Grundsätzlich kann man ein Linux-System komplett mit dem Terminal verwalten. Das ist heute ohne grafische Oberfläche natürlich sehr ungewohnt und unter normalen Nutzern nicht sehr weit verbreitet, jedoch stößt man hin und wieder auf Anleitungen in denen das Termanl ein essentieller Bestandteil zur Umsetzung ist.

Starten und Navigieren

In den meisten Linuxdistributionen (Anleitung folgt) startet das Terminal mit „Strg+Alt+T“. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in denen folgende Zeile zu sehen ist:

USER@SERVER ~ $:

USER ist hierbei der aktuelle Nutzer, der angemeldet ist, und zwar auf dem Rechner mit Namen SERVER. Ist also „Frank“ am Rechner „Desktop“ angemeldet, sieht die Zeile so aus:

frank@Desktop ~ $:

„Frank“ und „Desktop“ sind im weiteren Verlauf die eingesetzten Namen, um die Beispiele auch realistisch zu zeigen. Wir befinden uns bei dem Terminalaufruf in dem Home-Verzeichnis1 des aktuellen Nutzers. Überprüfen kann man das mit dem Befehl „ls“. Gibt man diesen ein, kommt folgende Ausgabe:

frank@Desktop ~ $: ls
Arbeitsfläche Dokumente Musik Vorlagen
Bilder Downloads Öffentlich Videos

Die Ordner können von Distribution zu Distribution variieren. „ls“ ist hierbei die Abkürzung für „list“. Wir listen also alle Ordner und Dateien, die sichtbar sind, auf. Versteckte Dateien können mit dem selben Befehl und der erweiterten Option „a“ angezeigt werden:

frank@Desktop ~ $: ls -a
. .config .kgsu.lock .macromedia .Skype
.. .dbus .gnome</p>
<p style="text-align: justify;">.......</p>
<p style="text-align: justify;">Arbeitsfläche Dokumente .gstreamer-0.10</p>
<p style="text-align: justify;">......

Geben wir nun „ls -la“ ein, sehen wir alle Ordner und Dateien inklusive der Dateierechte:

frank@Desktop ~ $:
insgesamt 180
drwx-rx-x 29 holger holger 4096 Mär 28 20:47 .
drwx-rx-x 29 holger holger 4096 Mär 28 20:47 ..
drwx----- 29 holger holger 4096 Mär 28 20:47 .adobe
drwx-rx-x 29 holger holger 4096 Mär 28 20:47 Arbeitsfläche
drwx-rx-x 29 holger holger 4096 Mär 28 20:47 Bilder
...

Die Bedeutung der ersten Buchstaben wird hier (Anleitung folgt) näher erläutert. Nun können wir schon alle Ordner bzw. Dateien mit weiteren Informationen, wie Erstelldatum und Rechten, im Terminal aneigen lassen. Als nächstes wechseln wir in den Ordner „Dokumente“ und wieder zurück in das Home-Verzeichnis. Dies geschieht mit dem Befehl „cd“, „change directory“:

frank@Desktop ~ $: cd Dokumente/
frank@Desktop ~/Dokumente $:

Nun befinden wir uns im Ordner „Dokumente“, mit „ls“ können wir uns den Inhalt anzeigen lassen, oder mit „ls -la“ alle Informationen und die versteckten Dateien:

frank@Desktop ~/Dokumente $: ls
Textdatei.txt

Der aktuelle Pfad ist auch im Terminal deutlich zu sehen, denn das „~“-(Tilde) Zeichen, steht für das Home-Verzeichnis, und „/Dokumente“ sagt, dass im Homeverzeichnis absteigend der Ordner Dokumente aktuell aufgeufen ist.
Möchten man wieder in das Home-Verzeichnis zurück, gibt man entweder „cd ../“ zum einmaligen Aufsteigen ein, oder „cd“ um direkt in das Home-Verzeichnis zu wechseln. Mehrere Ordner können wir mit „cd ../../../“ usw. aufwärts verlassen.

Dateien und Ordner erstellen, löschen und finden

Nun wollen wir im Home-Verzechnis einen Ordner mit namen „Terminal“ erstellen.
Starten wir also ein Terminal mit „Strg+Alt+T“ und geben den Befehl „mkdir“, „make directory“ ein:

frank@Desktop ~ $: mkdir Terminal

Nach dem Bestätigen mit ENTER sehen wir im Terminal nichts – es wird keine Meldung erteilt, wenn der Befehl ohne Probleme durchgeführt worden ist. Mit „ls“ schauen wir uns nun das Home-Verzeichnis an:

frank@Desktop ~ $: ls
Arbeitsfläche Dokumente Musik Terminal Vorlagen
Bilder Downloads Öffentlich Videos

Wechseln wir nun mit „cd Terminal“ in den Ordner, geben aber nur „cd T“ in das Terminal ein. Drücken wir vor dem bestätigen mit ENTER die Tabulator-Taste (die mit den Pfeilen links oben auf der Tastatur), die Zeile wird automatisch vervollständigt. Das ist natürlich sehr praktisch, wenn man lange Pfade usw. hat – es reichen also die ersten Buchstaben. Sind mehrere Ordner/Dateien mit den Anfangsbuchstaben vorhanden, listet das Terminal alle relevanten auf.

frank@Desktop ~ $: cd Terminal
frank@Desktop ~/Terminal $:

Hier erstellen wir nun eine Datei, in der einfach nur ein „Hallo Welt“ steht. Dies geht mit folgenden Befehl:

frank@Desktop ~/Terminal $: echo "Hallo Welt" > test.txt

Geben wir nun „ls“ ein, sehen wir unsere Datei „test.txt“. Wollen wir diese bearbeiten, können wir den Terminal-Internen Editor „nano“ aufrufen. Das geht so (auch hier klappt der Trick mit Tabulator):

frank@Desktop ~/Terminal $: nano test.txt

Wir landen dann in dem Editor, dass sieht dann so aus:

GNU nano 2.2.6 Datei test.txt</p>
<p style="text-align: justify;">Hallo Welt</p>
<p style="text-align: justify;">[ eine Zeile gelesen ]
^G Hilfe ^O Speichern ^R Datei öffnen ....
^X Beenden ......

Mit den Pfeiltasten navigieren wir zu den jeweiligen Zeilen, sind wir mit unseren Veränderungen fertig, bestätigen wir „STRG+X“ und werden gefragt, ob wir die Änderungen speichern sollen. Hier drücken wir ENTER, bestätigen anschließend den Dateinamen und landen wieder im Terminal. Diese Vorgehensweise können wir bei jeder Datei ändern, die wir in Tutorials usw. ändern wollen.

Wenn wir Dateien ändern wollen, geht das wie folgt:

frank@Desktop ~ $: nano test.txt

Auch hier landen wir im Nano-Editor, Inhalte verändern, Speichern und fertig.

Nun wollen wir unseren Ordner „Terminal“ wieder löschen. Mit „cd“ in das Home-Verzeichnis wechseln und „rm -r Terminal“ eingeben. „rm“ steht hiebei für „remove“, „-r“ ist das rekursive Löschen – jeder Inhalt wieder also gelöscht. Anschließend kommt das zu löschende Verzeichnis. Das gleiche geht auch für Dateien, nur benötigen wir hier nicht „-r“, da es nur eine Datei mit dem entsprechenden Namen gibt. Mehrere Ordner bzw. Dateien können wir einfach hintereinander schreiben und löschen. Ein Beispiel sieht wie folgt aus:

frank@Desktop ~ $: rm -r Terminal/ MeinTest/ test.txt

Auch hier wird wieder keine Meldung ausgegeben, es sei denn, es trat ein Fehler auf (z.B. Zugriffsfehler oder die Datei ist nicht vorhanden).

Wir sind jetzt in der Lage, Ordner zu wechseln, sie selbst und Dateien mit Inhalt zu erstellen und vorhandene Dateien verändern. Wenn wir Dateien finden wollen, klappt das mit dem Befehl „find“. Wollen wir also z.B. alle Dateien finden, die ein „test“ im Dateinamen enthalten und eine Datei sind, geht das wie folgt:

frank@Desktop ~ $: find / -type f -name "*test*"

Hier starten wir im aktuellen Verzeichnis, „/“, suchen Dateien (also Files) „-type f“ mit dem Namen „-name „*test*““. Die Sternchen berücksichtigen alle Zeichen vor und nach der Zeichenkette dazwischen.

Jetzt können wir im Terminal navigieren, Dateien finden und bearbeiten, Speichern, löschen und entfernen. Falls jemanden grundlegende Sachen fehlen, lasst einen Kommentar da!

Terminal im Alltag

Nun ein paar kleine Anregungen, wie das Terminal den Alltag mit Linux vereinfachen kann.

Updaten

Das System abzudaten ist natürlich über die jeweiligen Update-Assistenten der einzelnen Distributionen möglich. Oder man gibt einfach folgende Zeilen ein:

</p>
<p style="text-align: justify;">frank@Desktop ~ $: sudo apt-get update</p>
<p style="text-align: justify;">frank@Desktop ~ $: sudo apt-get upgrade</p>
<p style="text-align: justify;">

Ordnung muss sein

Will man alle Downloads im Ordner „Downloads“ löschen, geht das natürlich über die grafische Oberfläche. Schneller geht es so:

</p>
<p style="text-align: justify;">frank@Desktop ~ $: rm -r ~/Downloads/*</p>
<p style="text-align: justify;">

-r löscht wieder rekursiv, das Sternchen am Ende behält den Ordner und löscht nur die Inhalte.

Kombiniert man die oben aufgeführten Grundlagen mit den einzelnen Pflegearbeiten und übt das ein wenig, kann man mit dem Terminal sehr schnell das System bereinigen, Updates einspielen und was sonst noch anliegt!

Wie nutzt ihr das Terminal im Alltag? Lasst einen Kommentar da!

Wie immer bin ich für Anregungen, konstruktive Kritik, Ideen und Kommentare sehr dankbar!

 
 
  1. Das Home-Verzeichnis ist das jeweilige Benutzerverzechnis, welches Standardmäßig jeder Benutzer hat. Hier werden Dokumente, Bilder usw. gespeichert. Zu vergleichen ist das mit den „Eigenen Dateien“ bei Windows.

4 Gedanken zu „Das „1 mal 1“ für’s Terminal

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